Diskussion: Breaking Bad „Buyout“ & „Say My Name“

Diskussionen zur sechsten und siebten Episode der aktuellen “Breaking Bad”-Staffel, in denen Jesse Konsequenzen zieht und Walt plötzlich auf sich allein gestellt ist, finden in den Kommentaren statt:

Weiterführende Links:

Reviews von Alan Sepinwall: Buyout | Say My Name

Reviews von Donna Bowman (AV Club): Buyout | Say My Name

Reviews von Todd VanDerWerff: Buyout | Say My Name

Reviews von Alyssa Rosenberg: Buyout | Say My Name

Reviews von Matt Zoller Seitz: Buyout | Say My Name

4 comments so far

  1. moo talaei (@mootalaei) on

    Ich war mal so frech…😉

    #5.06 war für mich eine unheimlich seltsame Folge, weil ich zwar viele Szenen für sich absolut grandios fand (der Teaser! Marie! Walts Pfeifkonzert! Grey Matters! Jesse beim Dinner!), aber irgendwie das Gefühl hatte, dass das Timing einfach überhaupt nicht stimmt. Man merkt der Folge irgendwie an, dass sie im Writer’s Room auf den allerletzten Drücker fertiggestellt wurde (nach mehrfachen Drehbuchänderungen am Ende) und dass Gilligan und Co. generell Schwierigkeiten hatten, bei der 2×8-Episoden-Order einen passenden Rhythmus zu finden. Manche Schritte (Jesses scheinbares Hinwegkommen über den Tod des Jungen) gingen einfach zu schnell, andere Dinge, die eigentlich sofort sein müssten/könnten (Jesses Konfrontation mit Walt über dessen Indifferenz), werden wiederum unnötig nach hinten geschoben. Gleichzeitig schwankte der Ton permanent, so dass das Ganze irgendwie etwas wild zusammengewürfelt wirkte.

    #5.07 war dann als Ganzes wieder sehr viel runder und brachte schließlich das, was ich ehrlich gesagt schon am Ende der Folge davor erwartet hatte.😦 Fand die Schlussszene wirklich großartig, auch weil sie so einen krassen Gegensatz zum Teaser darstellte. Ich empfand ja die ganze „Say My Name“ und Coke-Nummer echt als fürchterliches und absolut zum Fremdschämen anregendes Macker-Gehabe, wobei ich sehr stark davon ausgehe, dass genau diese Reaktion auch beabsichtigt war, von daher hat man da im Grunde also alles richtig gemacht. Und am Ende kriegen wir dann eben das krasse Gegenteil von diesem völlig überhöhten Selbstbild zu Gesicht: Walt wird in seinem Ego verletzt, kann nicht klar denken, ist hin und hergerissen, impulsiv, verliert die Kontrolle und bereut dies prompt wieder, ist von sich selbst verdutzt, stottert nur noch rum, entschuldigt sich sogar auf verquere Art. Toll.

    Und dazwischen gabs dann ja auch noch die groooßartige Szene mit Jesse, in der er ihm verspricht, dass ab sofort niemand mehr zu Schaden kommen würde. Wer’s glaubt. Jesse Gott sei Dank nicht mehr, was irgendwie richtig gut tat. War sehr erleichtert, dass er Walts Reaktion auf den Tod des Jungen nicht vergessen hat und seine Entscheidung auszusteigen auch nicht revidiert hat. Bei dem krassen Umschwung in Walts Überredungsversuchen (Wahnsinn!) aber eigentlich kein Wunder. Bin echt gespannt, ob Jesse sich zwecks eigener Kopfrettung nun doch wieder mit Walt zusammentun wird oder wie man ihn sonst ins Geschehen zu integrieren plant. Und natürlich, ob er irgendwann herausfindet, dass Walt Mike umgebracht hat. Ich wage es ja (wie bei Jane und Brock) wirklich zu bezweifeln, es sei denn Walts erzählt’s ihm von sich aus in einem Moment nicht mehr zu übertreffender Hybris.

    Ach ja, unser geliebter Mike… Ist natürlich schade um ihn, war aber irgendwo abzusehen und die Art und Weise wie er von uns ging (Stichwort: „Shut up and let me die in peace!“), passte eigentlich auch wie die Faust aufs Auge. Frage mich jetzt bloß, ob Walt sich die Mühe machen wird, ihn in Stücke zu hacken und in ein Fass zu packen (welch widerwärtige Vorstellung!) oder was er sonst mit der Leiche macht. Ich mein, wenn er sie einfach in den Fluss wirft, wird sie ja irgendwann gefunden und Jesse riechen, wer dahinter steckt. We’ll see.

    Was gab’s noch?

    – Todd als neuer Lehrling wird noch ganz arg böse enden, hab ich das Gefühl.
    – Hanks und Gomies Durchbruch mit dem Anwalt ging mir viel zu schnell; das war mal wieder so ne Timing-Sache, die man IMO schon wesentlich früher hätte vorbereiten müssen/können.
    – Skyler, wie sie Jesses unbeholfenes „Vamanos“ so herrlich mit „I Wish!“ kommentiert und später beim Dinner mit Walt einfach mitten im „Gespräch“ aufsteht und abhaut –> Knaller.

  2. tvaddictfromgermany on

    Lasst die Sektkorken knallen, Cindy schafft es eeeeendlich bei BrBa die letzten drei Episoden aufzuholen. Zuerst „Buyout“, wozu ich mal schnell meine Instant-Reaktionen niederschreiben möchte, hauptsächlich weil ich die Szene mit Walt/Jesse/Skylar am Esstisch zu genial fand. (Hab entsprechend ob deinen Kommentar noch nicht gelesen, dass mach ich dann nach der nächsten Folge):
    Wie gesagt, dass „Gespräch“ am Esstisch war das ganz klare Highlight für mich, diese Mischung aus herrlischer Komik (ich hab wirklich richtig laut gelacht bei Jesses Konversationsversuchen) und dann dem totalen Abgleiten in den Psychokrieg der Whites, gepaart mit den drei genialen Schauspielern, ganz großes Kino. Auch die ganzen Konfrontationen zwischen Jesse und Walt fand ich sehr gelungen, auch weil Jesse Walt endlich mal mit dessen Motiven kontrolliert hat, zumal ich auch nicht glaube, dass Jesse ihm die Aussage, Walt würde weitermachen, weil es alles wäre was ihm bleibt, abkauft. Das Walt das vielleicht sogar selber so sieht, will ich ja nicht bestreiten, aber er hat die Situation durch sein eigenes ruchloses Verhalten ja erst soweit kommen lassen, dass ihm nichts anderes mehr bleibt, von daher geht die Logik für mich auch nicht so ganz auf.
    Worunter diese Episode von der Spannung her bei mir etwas gelitten hat, war die Tatsache, dass es eigentlich recht klar war, dass Mike und Jesse zum jetzigen Zeitpunkt eben nicht aussteigen können und demnach der Plan fehlschlagen muss (ich meine im Lebenszyklus der Serie), dass das dann genauso kam und am Ende eben Walt wieder eine spitzfinde Idee hatte, um das Team zusammenzuhalten. Ist jetzt kein dicker Kritikpunkt, hat eben nur für mich die Suspense eher in Grenzen gehalten.
    Gelungen war dagegen das Cold Open, als man das Motorad so zerlegt und in die Säurefasser verfrachtet, sozusagen stellvertrend für die Leiche, diie man dann gar nicht mehr zu zeigen braucht.
    Viel mehr habe ich jetzt im Moment zur Folge noch nicht zu sagen, was ich mir nur noch für die letzten beiden Epis dieses Handlungsabschnittes wünsche, ist irgendeine bedeutende Veränderung des Status Quo, die vielleicht ein wenig Walts Abfall andeutet. Oder muss dafür der Anfang der Staffel reichen??

  3. tvaddictfromgermany on

    Und nun auch noch zu „Say My Name“…

    Goodbye Mike, es war schön dich gekannt zu haben, und wenigstens konntest du (halbwegs) in Frieden sterben. Zu der Folge sprichst du mir eigentlich ziemlich aus der Seele, sie hatte zwar weniger solche prägnant-denkwürdigen Szenen/Momente wie die davor (die, wie mir nach deinem Beitrag auch sehr aufgefallen ist, dafür nicht so recht in sich zusammenhalten konnte und irgendwie zu gehetzt war), dafür kam es einem viel mehr aus einem Guss vor, die Handlung hat sich hauptsächlich auf die Bedrohung und eigentlich auch den Abschied rund um Mike konzentriert, was dem ganzen sichtlich gut tat. Auch der krasse Gegensatz zwischen der Einstiegszene, in der ich Walt in Heisenberg Manier wenig überraschend ebenfalls unerträglich arrogant empfand, und dem Ende, als er dann doch mal wieder ganz der alte Schussel war, war sehr gelungen und ich gehe mal stark davon aus, genauso beabsichtigt. Dass es aufs Mikes Ende, eben wahrscheinlich auch noch in diesem Abschnitt hinausläuft, war ja eigentlich klar, ich gehe auch stark davon aus, dass Walt auch noch Jesse (ganz) verlieren wird (die Frage ist nur wie, ob tot oder als erbitterten Gegner) bevor es zum endgültigen Ende kommt, steht für mich eigentlich auch fest. Man hat bei diesen Larger-than-Life-Charas wie Mike (und davor ja auch schon Gus) halt immer nur das Problem, dass man eigentlich auf deren Fehler angewiesen ist, um glaubhaft zu machen, dass Walt sie besiegen kann. Sepinwall hat sich in seiner Review ja enorm daran gestört, dass er nicht glauben kann, dass Mike überhaupt Walt mit dem Auftrag betraut. Ich sehe das zwar nicht ganz so problematisch wie er, aber ich kann diese Einwände natürlich auch irgendwie verstehen. Man merkt momentan halt doch schon, dass die Zeit drängt und man manchmal zu schnell von A nach B geht und so so manch bedächtigten Zweifel an der Plausibilität einfach außen vor lässt. Nichtsdestotrotz fand ich Mikes Ende sehr, sehr stimmig inzeniert, gerade auch optisch.
    Was mich etwas mehr gestört hat war der Zufall in Hanks Büro, als dort Walt einfach mal so entscheidende Informationen überhören kann. Gut, dass er Mike warnen konnte hat nichts mehr am Endresultat geändert, von daher kann ich das durchgehen lassen, aber das war schon eher dusselig von den Kollegen bei der DEA.
    Ich gehe ja doch eher davon aus, dass Walt Mikes Leiche von der Polizei finden lassen wird, er müsste ja dann auch noch das Auto verschwinden lassen und vielleicht es es ja auch besser, wenn die Plozei weiß, sie muss nicht weiter nach Mike fahnden? (ich weiß, außer mir weiß das wohl jeder schon, aber ich spekulier dann trotzdem mal😉 ).

  4. moo talaei (@mootalaei) on

    @Sepinwalls Problem:
    Konnte ich (zumindest in der Vehemenz) nicht wirklich nachvollziehen. Zum einen standen Mike in der Situation ja nicht wirklich viele andere Optionen zur Auswahl. Er wollte Jesse auf keinen Fall in Gefahr bringen und Saul hat sich ja geweigert, von daher blieb ihm eigentlich nichts anderes übrig als Walt. Davon abgesehen trifft’s Donna Bowman in ihrer AV-Club-Review IMO sehr gut. Ich denke nämlich auch, dass Mike sein eigenes Schicksal zu dem Zeitpunkt eigentlich schon ziemlich egal ist. Seinen Job war er ja schon seit längerem leid und das Einzige, was ihm wirklich wichtig war im Leben (die Beziehung zu seiner Enkelin) hat er mit dem Auffliegen der Konten ja ohnehin verloren, von daher sehe ich sein Einverständnis, Walt kommen zu lassen, nicht als „Fehler“, sondern einfach nur als Ausdruck seiner Resignation. Ich mein, Mike ist ja (wie wir wissen) nicht doof. Wenn ihm wirklich noch was an seinem Leben gelegen hätte, hätte er Walt nicht so derbe provoziert. Aber er hat’s eben doch getan, was für mich weniger Zeichen der Schwäche als Zeichen dafür ist, dass ihm mittlerweile egal ist, ob er überlebt oder stirbt. Denn seine Enkelin wird er ja so oder so nie wieder sehen können.

    @Zufall im DEA-Büro:
    Hab mit sowas ja grundsätzlich kein Problem, solange es plausibel inszeniert ist. Was es hier war. Hat mich also nicht wirklich gestört, vielmehr gewundert, dass sowas in der Art nicht schon viel früher passiert ist.😉

    Dafür fand ich das Ende von „Buyout“(?) recht dämlich, weil ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, weshalb Mike Walt nicht lieber an einem anderen Ort festhält als ausgerechnet dort, wo das Zeug steht, dass dieser klauen will. Und dann noch nur mit einer Hand an der Heizung(?) anketten?!? Najaaaa… wenn ich vom Podcast nicht wüsste, dass der Schluss der Folge sehr kurzfristig mehrmals umgeschrieben wurde, würde ich mir wahrscheinlich echt ein bisschen Sorgen machen.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: