Emmys 2012: Die Nominierungen und meine Reaktionen

Es ist also soweit, nachdem wir gestern noch über unsere Wunschkanidaten geredet haben, finden wir heute die endgültigten Nominierten auf der Webside der Emmys. 

Und wie erwartet, ergibt das Feld ein sehr gemischtes Bild, mit einigen zum Himmel schreienden Auslassungen und wenigen verdienten Überraschungen:

The Good

Im Dramafeld gab es einige gute Entwicklungen. Wie erwartet konnte sich „Homeland“ mit seiner Debütsaison gleich in die wichtigsten Kategorien spielen, sowohl als beste Dramaserie und für die beiden Protagonisten Claire Danes und Damien Lewis heimste man Nominierungen ein. Für Mandy Patinkin und Morenna Baccarin, sowie den Vorspann hat es leider nicht gereicht, aber auch beim Drehbuch konnte man eine Nominierung erlangen. So gab es insgesamt 9 Nominierungen (die meisten haben überigens „Mad Men“ und „American Horror Story “ mit jeweils 17, mehr dazu aber gleich).

Auch „Breaking Bad“ ist nach einem Jahr Pause wieder zurück, mit den erwarteten Nominierungen als beste Dramaserie, für Star Bryan Cranston, aber auch Aaron Paul, Giancarlo Esposito und vor allem Anna Gunn (die für mich beste Überraschung des Tages) und Mark Margolis (Ding, Ding, Ding) wurden nominiert. Sehr schön.

Zwar hat es „Mad Men“ nicht geschafft, Jessica Paré als beste Hauptdarstellerin durchzusetzen, aber als erneuter Anführer des Feldes, und wieder als haushoher Favorit für den Preis als beste Dramaserie kann man weiterhin mit der Ausbeute zufrieden sein. Besonders freut es mich, dass mit Christina Hendricks und Jared Harris eindeutig die beiden Figuren mit den wichtigsten Storylines nominiert wurden (ein Zeichen das die Emmy-Wähler die Serie definitiv verfolgt haben, was man von den Comedy-Kategorien wohl mal wieder nicht behaupten kann).

Auch „Game of Thrones“ ist nicht, wie von manchen befürchtet aus dem Feld der besten Dramen herausgefallen, dieses Schiksal hat „Good Wife“ getroffen. Und auch wenn ich die Anwaltsserie bevorzugt hätte, das geht in Ordnung denn Staffel 3 war hier doch nicht so gut wie seine Vorgänger.

Ich hab nicht viel Gutes zu sagen über die Auswahl bei den Comedy-Serien, aber es macht mich froh zu sehen, dass sowohl Lena Dunham als auch Louis C.K. für ihre Vielseitigkeit belohnt wurden (d.h. Nominierungen als Darsteller, Regisseure und Drehbuchautoren, sowie Louis C.K auch noch mit weiteren Nominierungen für sein Stand-Up-Programm). Zwar hat es nur „Girls“ unter die besten Comedy-Serien geschafft, aber die Chancen für „Louie“ waren hier von Beginn an nicht sehr hoch. Und natürlich freue ich mich über die Nominierung für „Community“ als bestes Drehbuch, und das auch noch für „Remidical Chaos Theory“.
The Strange

Das ganze Prozedere mit den Minserien und Nicht-Miniserien wurde in diesem Jahr immer undurchsichtiger. Einerseits ist „Dowtown Abbey“ zu den Dramaserien aufgestiegen und hat dort das Feld ordentlich aufgemischt (mit einer Nominierung als beste Dramserie und sechs Schauspielnominierungen), andererseits ist das Kalkül von FX, „American Horro Story“ als Miniserie ins Rennen zu schicken, voll aufgegangen (und falls Connie Britton gewinnt, rede ich mir einfach ein, das wäre nich für „Friday Night Lights“). Diese 17 Nominierungen und damit den Platz an der Spitze des Feldes hätte man als Dramaserie auf keinen Fall erreicht. Dies zeigt aber auch, wie schwachbrüstig das diesjährige Feld bei den Miniserien ist, mit zahlreichen Nominierungen für die beiden eher mittelmäßigen Projekte „Hatfields & Mccoys“ und „Hemingway & Gellhorn“. Dagegen wurden die britischen Projekte „The Hour“ (auch keine echte Miniserie, aber das interessiert hier ja keinen) und „Appropiate Adult“ komplett übergangen, dafür hat es Benedict Cumberbatch ins Rennen als bester Hauptdarsteller geschafft.

The Bad

Reden wir also auch noch über die zum Himmel schreienden Ungerechtigkeiten. Kein „Parks and Recreation“ als beste Comedyserie? Das kann man meiner Meinung nach nur damit ausgleichen, dass Amy Poehler endlich als beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie ausgezeichnet wird. Das wiederholte Übergehen von Ron Fucking Swanson Nick Offerman, wieder einmal für vier Herren von „Modern Family“, kann ich aber auch dann nicht verzeihen. Und wie bitte schön kann man rechtfertigen, dass nur eine der als beste Comedy-Serien nominierten Shows auch als Drehbuch nominiert wurde? Ich werde es einfach wie Alan Sepinwall halten und den Gewinner fürs beste Drehbuch in meinen Herzen zum wahren Emmy-Sieger als beste Comedy-Serie ernennen.

Und auch die Emmys zeigen keine Liebe für das vom Unglück verfolgte „Luck“, keine Dustin Hoffman, kein Nick Nolte, keine Nominierung für die starke Regie von Michael Mann im Piloten (oder für seine ebenso beindruckenden Nachfolger der diversen Pferderennszenen), keine Anerkennung für die Credits.

The Interesting Rest

Einige alte Favoriten sind aus dem Feld gefallen, so ist „Dexter“ nur noch mit Michael C. Hall vertreten und „Dr. House“ gar nicht mehr. „Glee“ ist nicht mehr in den Hauptkategorien dabei und das völlig zurecht. „Justified“ ist von der Qualität her viel, viel besser, aber dennoch ist es OK, dass die Serie gerade für die überragende 2. Staffel die Aufmerksamkeit der Emmys erhalten hat und es nun aufgrund der harten Konkurrenz nicht mehr schaffen konnte.

Dies ist das erste Jahr, dass keine Broadcast-Serie als beste Dramaserie nominiert wurde, bei den Comedys sieht es noch etwas besser aus, aber im Dramabereich hält allein „Good Wife“ mit den Darstellernominerungen weiterhin die Fahne oben. Und bei aller Liebe, ich halte Archie Panjabi und Christine Baranski zwar für sehr gut, aber meine Top-6 machen sie in diesem Jahr nicht.

Kelsey Grammer hat es entgegen einigen Vorrausagen nicht ins Feld der besten Hauptdarsteller geschafft, das ist ein herber Rückschlag für Starz, die die Serie wohl auch mit dem Hintergedanken auf eben diesen Preis verlängert hat, trotz katastrophaler Quoten.

Weiterführende Links:

3 comments so far

  1. moo talaei (@mootalaei) on

    Hach ja, sieben Lead Comedy Actress Nominierungen und keine Martha Plimpton.😦 Hab ihr und Garret Dillahunt insgeheim wohl echt am meisten die Daumen gedrückt. Schade auch um Adam Driver, war für mich echt das mit Abstand größte Highlight von „Girls“. Dass „Luck“ leer ausgegangen ist, war irgendwo klar, da hätte HBO einfach auch auf Mini-Series gehen müssen…

    Aber immerhin satte Noms für MM, BrBa und Homeland, von daher will ich mal nicht groß meckern.

  2. tvaddictfromgermany on

    Ich kann mit dem Ausschluss von Plimpton ja noch ganz gut leben, da sie ja wenigsten für GW nominiert wurde (wo sie auch einfach großartig ist), aber noch eine Kuriosität: Parenthood fährt die erste Nominierung ein und zwar für Jason Ritter als Guest Actor, strange.

  3. Horsebot 3000 on

    Ich freu mich wahnsinnig über die wohlverdienten (Nischen-)Nominierungen für Chris McKenna, „Portlandia“, „Web Therapy“ und „Childrens Hospital“. Abgesehen davon drück ich meine Drama-Däumchen für „Mad Men“, Jon Hamm, Claire Danes, Aaron Paul und Christina Hendricks sowie meine Comedy-Däumchen für „Girls“, Louis C.K. und Julia Louis-Dreyfus. Wie befürchtet, sind die nominierten Nebendarsteller im Comedy-Bereich ein Witz sondergleichen.


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