Diesen Sommer im TV, eine Vorschau auf die Highlights

Die Upfronts sind vorbei, das neue Programm für den Herbst weitestgehend bekannt und damit steht auch unweigerlich das Sommer-TV-Programm vor der Tür. Bei den Networks sind mittlerweile fast alle Serien- bzw. Staffelfinals gelaufen und auch die noch laufenden Kabelshows befinden sich alle im letzten Drittel ihres Laufs. Das bietet nun also Zeit, die Serien aufzuholen die in den letzten Wochen etwas in Rücklauf geraten sind (bei mir türmen sich die Sonntags-Serien wie „Girls“ und „Veep“, selbst bei „Game of Thrones“ bin ich im Rückstand), sich den wenigen neuen Shows der Season zu widmen, die sich vielleicht doch noch als Aufholenswert herausgestellt haben (ich bin noch unentschlossen, ob ich „Person of Interest“ und „Grimm“ wirklich eine Chance geben soll, sicher wird aber „L.A. Complex“ nachgeholt, was bei sechs Episoden einfach auch viel leichter fällt) und natürlich einen Blick nach Vorn auf das Sommerprogramm zu werfen. Im Folgenden präsentiere ich also eine kurze Liste mit den Sommerserien, auf die ich mich in diesem Jahr ganz besonders freue:

„Bunheads“ Staffel 1, ab 11. Juni

Es gibt einen Grund, warum ich auf diese Serie so gespannt bin, und der trägt den Namen Amy Sherman-Palladino. Die Frau hinter den „Gilmore Girls“ war seit ihrem Ausstieg dort lange weg vom Fenster, nun hat sie bei ABC Family ein neues Zuhause gefunden. Eine bessere Kombination könnte ich mir eigentlich kaum vorstellen, denn mittlerweile hat der Kabelsender mehr vom Geiste von Serien eben wie „Gilmore Girls“ und „Everwood“ verinnerlicht, als The CW. In den letzten Jahren konnten „Greek“, „Huge“ und „Switched at Birth“ meine Sehnsucht nach beschaulicher Feel-Good-Unterhaltung erfüllen, nun hoffe ich auf mehr davon. Die Prämisse von „Bunheads“ klingt jetzt erstmal zwar eher etwas albern (Las-Vegas-Showgirl heiratet spontan, zieht mit ihrem Mann in die Provinz und leitet dort dann ein Tanzstudio), aber gerade bei solchen Serien kommt es doch weniger auf den konkreten Inhalt als auf nette Charaktere an. Und den Typus der liebenswert-verrückten Kleinstadtmenschen beherrscht Palladino ja wie kaum eine andere. Der Cast besteht fast vollständig aus noch ganz jungen, unbekannten Darstellern, mit Ausnahme von Sutton Foster, die in Amerika bereits einen Namen hat. Und dann hat da noch eine gewisse Kelly Bishop eine Nebenrolle (als Schwiegermutter der Protagonistin) inne, und trotz einer großartigen Christine Baranski in „Good „Wife“, einen Emily-Gilmore-Charakter kann man immer gebrauchen. (Bunheads-Trailer und ein erster Ausschnitt mit Kelly Bishop)

„The Hour“ Staffel 1, ab 26. Juni

Es ist wunderschön anzusehen, es ist angenehm britisch und es hat drei hervorragende Darsteller in seiner Mitte (Dominic West, Romola Garai und besonders Ben Whishaw). Schon allein dafür würde sich das Einschalten lohnen, aber darüber hinaus hat die erste Staffel bis auf winzige Klienigkeiten voll überzeugt und war eines der Highlights des letzten Sommers, so gehört die 2. Staffel also auch zum Pflichtprogramm für die diesjährige heiße Jahreszeit. (Review zur ersten Staffel von „The Hour“ von Paulina Banaszek)

„The Newsroom“ Staffel 1, ab 24. Juni

Aaron Sorkin ist einer dieser Showrunner-Götter, für die die Fans nur wegen der bloßen Erwähnung antreten werden. Zwar stehe ich selbst ihm eher skeptisch gegenüber, seine Filme mochte ich alle nur bedingt und zu seinen Serien habe ich bisher noch nicht den richtigen Zugang gefunden (muss allerdings bei der Gelegenheit auch gestehen, dass ich „The West Wing“ noch nicht gesehen habe), aber natürlich wird sein neuestes Projekt auch von mir mit Spannung erwartet. Interessant finde ich hierbei im Vorfeld vor allem, dass die US-Presse der Serie gegenüber eher skeptisch ist (da werden viel Sorkinismen im Vorfeld schon auseinandergenommen und spöttisch begutachtet), während das wenige was man davon hier im deutschsprachigen Raum hört, doch sehr positiv ist. Ich warte einfach mal ab und bilde mir dann mein eigenes Urteil. (Trailer für „The Newsroom“)

„Louie“ Staffel 3, ab 29. Juni

Hier braucht man eigentlich nicht viele Worte verlieren, „Louie“ ist schlicht und einfach genial und einzigartig in der Medienlandschaft und hatte man nach S1 noch etwas die Befürchtung, dabei handelt es sich um ein Zufallsprodukt, dessen Zauber nur einmal eingefangen werden konnte, war nach der großartigen 2. Staffel klar, dass Louis C.K. nicht so schnell die Ideen und die Kreativität ausgehen wird. („Louie“ wird vom AV Club zur besten Serie in 2011 gekürt)

„Awkward“ Staffel 2, ab 29. Juni

Diese Serie hat mich im letzten Sommer völlig aus der Kalten erwischt. Aufmerksam geworden durch unzählige überraschende Stimmen von vertrauenswürdigen Leuten auf Twitter habe ich ihr eine Chance gegeben, trotz meiner Vorbehalte gegen den Sender MTV und ich wurde nicht enttäuscht. Einfach eine leichte, beschwingte, witzige und in ihren Dialogen sehr treffende und clevere kleine Serie, die das Kunsstück schafft die Teenagerjahre weder künstlich mit Skandalen aufzupeppen (à la Gossip Girl) oder mit moralischer Beudeutung (à la „Eine himmliche Familie) zu überladen. Jenna mag vielleicht nicht die Stimme ihrer Generation sein, denn wer ist das schon, aber „Awkward“ ist sicher ein der besten Serien über eine Protagonistin dieser ominösen Jugend. (Review zur 6. Episode von „Awkward“ bein AV Club, mit der man die Serie in die Rotation aufnahm)

„Breaking Bad“ Staffel 5, ab 15. Juli

Es hat lange gedauert, bis mich der „Breaking Bad“-Zug so richtig erwischt hat, aber nun bin ich an Bord und freue mich wie ein Schnitzel auf diese acht neuen Folgen im Sommer, die den Anfang vom Ende markieren. Das Ende der 4. Staffel hat für mich die Grundsituation der Serie durchaus sehr verändert und ich bin sehr gespannt, was man nun daraus machen wird. Das sollte auf jeden Fall die nötige Portion Drama und vor allem natürlich die geniale Schauspielleistung von Bryan Cranston und Aaron Paul (und Dean Norris, Anna Gunn etc.) auf den Bildschirm bringen und uns über den Sommer retten. (DVD-Rezension zur 4. Staffel von meiner Wenigkeit)

„Political Animals“ Miniserie, ab 15. Juli

Erstmal bin ich zwar einer Miniserie mit politischem Rahmenthema ausgerechnet beim Popcorn-Sender USA gegenüber skeptisch, aber dennoch kommt mein innerer Fan von tollen Frauengeschichten gerade im politischen oder sagen wir einfach im Machtumfeld nicht umhin, im Vorfeld dieser Serie völlig aus dem Häuschen zu sein. Sigourney Weaver als politische Widersacherin und Verteidigungsministerin im Clinch mit dem Präsidenten dargestellt von Adrian Pasdar, daneben sind James Wolk und Dylan Baker mit von der Partie. Die Serie wird sechs Episoden haben und ich kann nur hoffen, das man aus dem Thema zumindest eine spannende Geschichte, vielleicht sogar etwas mehr zaubern kann. (hier wurde der erste Trailer zur Serie leider im Moment wieder entfernt, dafür einen kurzen Artikel zur Serie von Alyssa Rosenberg)

„Alphas“ Staffel 2, ab 23. Juli

Ich habe eindeutig nicht genug Sci-Fi oder eben Superheldenaction in meinem Serienportfolio. Die große Lücke nach dem Serienende von „Battlestar Galactica“ konnte bisher noch nicht annähernd gefüllt werden und auch „Doctor Who“ hat für mich in der Moffat-Ära einige grundlegende Probleme, die mich dazu etwas distanzierter  gemacht haben. Und außerdem dauert es hier auch noch bis Ende des Jahres, bis überhaupt an neue Folgen zu denken ist. Aber „Alphas“ hat zumindest in der 1. Staffel sehr, sehr gute Actionunterhaltung mit einer ordentlichen Portion Tiefgang, mit sehr guter Teamdynamik und einfach vielen Dingen geboten, die eine solche Genreserie für mich mitbringen sollte. Zumal die Show sich nach dem gelungenen Piloten durchaus immer weiter steigern konnte, was vor allem an der sehr guten Charakterarbeit lag. Dazu kommt ein vielversprechender Cliffhanger, der nun hoffentlich gut aufgelöst wird. (Review zum Piloten von „Alphas“)

Darüber hinaus startet bereits am 3. Juni die Krimi-Mystery-Serie „Longmire„, von der ich aber erst einmal die Kritiken abwarten werde. Natürlich wäre es schön, Katee Sackhoff mal wieder in einer guten Serie zu sehen, aber der Sender (A&E) und die Prämisse wecken doch einige Zweifel, dass dies hier der Fall ist. Auch „Wilfred“ steht auf dem Program, aber da muss ich erst einmal endlich die 1. Staffel aufholen. Und die Herren Sepinwall und Fienberg haben eine sehr gute Wahl für ihr Summer-Rewatch-Project im aktuellen Firewall & Iceberg Podcast getroffen, der ich mich mit großer Wahrscheinlichkeit anschließen werde.

Und nun zu euch, worauf freut ihr euch in diesem Sommer? Welche Serien werden euch die heiße Jahreszeit versüßen?

6 comments so far

  1. moo talaei (@mootalaei) on

    Ui, „Bunheads“ hab ich irgendwie total verschlafen. Bin gespannt, was das wird und freu mich drauf, paar alte Bekannte aus GG-Tagen (hab auch Gypsy im Trailer entdeckt) wiederzusehen.

    „Awkward“ ist ein Halbstünder, oder? Mal gucken, vielleicht schaff ich’s, die erste Staffel aufzuholen, bevor die zweite anläuft. „L.A. Complex“ wird irgendwann demnächst wahrscheinlich auch noch geguckt.

    Ansonsten freu ich mich wirklich tierisch auf „The Hour“ (eeeendlich!), „The Newsroom“, „Louie“ und (surprise surprise!) „Breaking Bad“. Hab das Gefühl, das wird echt ein toller Sommer. „Wilfred“ wird bestimmt auch geguckt und die hoffentlich wirklich letzte Staffel von „Damages“ genauso, vorausgesetzt sie stellt sich nicht als noch scnarchiger heraus als die letzte. „Weeds“ hingegen muss sich echt massiv bessern, damit ich da nicht kurz vor dem Ende doch noch abspringe.

    • tvaddictfromgermany on

      Ah, Gypsy hab ich gar nicht gesehen aber es sollen echt einige alte Bekannte auftauchen, so zum Beispiel auch Mitch Hunzberger (wobei der ja nun nicht gerade zu denen gehört, die ich vermisst hätte). Sollte es nur halbwegs den Charme von Stars Hollow haben, dann ist das genau das richtige für den Sommer.🙂 Ich freu mich jedenfalls auch sehr.🙂

      @Awkward
      Ja, ist ein halbstünder (besser gesagt 20-Minüter) und hat auch nur 12 Folgen, die wirklich so richtig locker-flockig-leicht sind. Und es will was heißen, wenn man den ganzen Teeniekram charmant und süß, anstatt nervig und gekünzelt findet.😉

      Und ich bin mal gespannt, welche Serien in diesem Jahr aus dem Nischts kommt und mich richtig gut unterhalten kann, das gab es bisher eigentlich immer (letztes Jahr eben Awkward und Alphas, das Jahr davor Huge).

      • moo talaei (@mootalaei) on

        Gestern den Bunheads-Piloten gesehen. Erinnert teilweise wirklich arg an die Gilmore Girls (inklusive Sam Phillips-„Score“), nur ist Sutton Foster (Coco aus FotC!) nicht ganz (oder zumindest nicht sofort) so unheimlich sympathisch wie Lorelai/Graham. Pilot kam etwas arg langsam in die Gänge, aber spätestens mit der Party ging’s aufwärts. Die Chemie zwischen Foster und Bishop scheint auf jeden Fall schon mal zu stimmen, von daher glaube/hoffe ich mal, dass die Beziehung der beiden einen der Schwerpunkte der Serie ausmachen wird. Die „bunheads“ sind bislang noch etwas klischeehaft skizziert, aber da kommt hoffentlich auch noch mehr. Nur was den plötzlichen Twist am Ende angeht, bin ich noch unsicher, ob das wirklich eine gute Idee war, zumal das auch so gar nicht zum bisherigen Ton der Serie passte. Aber gut, we’ll see. Könnte was Feines werden, könnte aber auch nach paar Folgen tierisch langweilen. Ich bleib wegen Kelly Bishop aber vorerst auf jeden Fall mal dran. Übrigens so gut wie keine Männer in der Serie! Das dürfte dir doch gefallen.😉

  2. Eva (@eve_susan) on

    „Ui, “Bunheads” hab ich irgendwie total verschlafen. Bin gespannt, was das wird und freu mich drauf, paar alte Bekannte aus GG-Tagen (hab auch Gypsy im Trailer entdeckt) wiederzusehen.“ – geht mir irgendwie genauso… Werd ich aber zumindest mal reingucken, da es ja echt super klingt… Trailer kann ich grad nicht gucken (Arbeit) – wird aber nachgeholt…

    @The Hours: Wollte ich mir allein wegen Ben eh schon ewig anschauen… Vielleicht mach ich diesen Sommer einen britischen Sommer, wenn ich dann auch endlich mal „Sherlock“ nachhole😀.

    @The Newsroom: Mochtest du auch „Studio 60“ nicht? Ich liebe diese Serie ja wie verrückt und bin immer noch unendlich traurig, dass man ihr keine weitere Staffel gegeben hat, wenn die Storyline am Ende auch echt etwas zu ausgespitzt wurde… Finde Matt & Danny aber bis heute eine der besten Männerfreundschaften, die ich jemals im Fernsehen gesehen hab und die Dialoge… Ein Genuss… Entdecke auch heute noch Neues, obwohl ich die Serie bestimmt schon 10 Mal gesehen habe… Und „The West Wing“ – naja, ist halt sehr politisch, aber dennoch echt toll… Ich freu mich auf „The Newsroom“, wenn ich es wohl auch eher so machen werde, wie bei „Studio 60“ und „West Wing“ – ich warte auf die DVDs…

    @Breaking Bad & die anderen: Nicht gesehen und irgendwie auch (zu meiner Schande) kein großes Interesse…

    • tvaddictfromgermany on

      Studio 60 bin ich nie so recht vorangekommen und da hatte ich mir immer vorgenommen, erstmal Sports Nights und WW (Politisch stört mich ja nun gar nicht, ganz im Gegenteil) zu schauen, bevor ich mich da weiter rantraue. Mal schauen aber, wie es jetzt mit Newsroom wird.

  3. tvaddictfromgermany on

    @Bunheads
    Hab den Piloten jetzt auch endlich gesehen, ausführlich dazu gibt es alles hier
    https://tvaddictfromgermany.wordpress.com/2012/06/12/bunheads-pilot/
    Im Gorßen und Ganzen entspricht meine Meinung jedenfalls auch deiner, Lina. Sutton Foster passt schon (hätte ohne deinen Hinweis aber Coco echt nie erkannt) und ich hoffe auch sehr, dass der Fokus der Serie auf Michelle-Fanny liegen wird. Zumal ich den Fanny-Charakter auch super finde, so mal ohne die Klassendifferenzen für Emily äh Kelly Bishop.😉 Die Teenies sind noch eher oberflächlich, aber warten wirs mal ab. Und ja, der Twist am Ende kann total nach hinten losgehen, oder einiges beseitigen. Mal schauen.

    @The Hour
    Geht uns ja im Sommer nun leider verloren, wo es da doch so gut reingepasst hätte. Im November ist dann der Plan wieder so voll😦


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