Einschub: Der Erfolg von Showtime und der Status Quo bei „Good Wife“

Auch auf die Gefahr hin, dass man es von mir schon nicht mehr lesen kann, ich muss doch hier noch einmal auf mein elendiges Lieblingsthema zurück kommen: In diesem ansonsten sehr aufschlussreichen und informativen Profil über den aktuellen Zustand des Permium-Cable-Senders Showtime bin ich doch mit argem Unbehangen über einen Absatz gestolpert:

Nevins‘ strategy — which one agent describes as „more masculine, more entertaining, more adrenaline“ than his predecessor’s — comes as Showtime’s subscriber numbers are reaching new heights.

Call it the Nevins-ization of Showtime. In place of half-hours centered on damaged 40-something women, in the network’s pipeline is a broader variety of adrenaline-charged ensembles — darker, edgier and more culturally relevant — designed to appeal as much to males as they do females. His goal: more sports, more documentaries, more laugh-out-loud comedy and more widely appealing drama.

Auch wenn ich mit dem allgemeinen Tenor des Artikels übereinstimme (und besonders der zu HBO gezogene Vergleich interessante Bezüge aufzeigt, nämlich das bei Showtime mehr ein überzeugendes Konzept als ein großer Name im Vordergrund stehen), bringen mich solche Aussagen dennoch zur Verzweiflung. Zumal das immer wieder zu Rate gezogene Beispiel „Homeland“ ja gerade von dem starken Fokus auf eine weibliche Protagonistin profitiert. Und ich mit vielen der Showtime-Serien der alten Schule, sei es „Weeds“, „Nurse Jackie“ oder „The Big C“ („Taras Welten“ war da für mich doch eher eine Ausnahme) nicht wirklich etwas anfangen kann, weil auf mich diese Frauen-Antihelden wirken, als würden sie einfach in männliche Verhaltensmuster gesteckt, sozusagen einfach als weibliche Tony Sopranos, Don Drapers usw. (zumal ich bei diesen Serien auch oft das Gefühl habe, die Zuschauerschaft ist ebenfalls eher männlich als weiblich). Aber es ist schon frustrierend zu lesen, dass das Mittel zum Erfolg einfach ist das gewohnte Konzept des adrenaline charged ensembles, dark and edgy wie wir es von HBO, AMC und FX kennen, wiederholt wird. Die Qualität gerade von „Homeland“, aber auch von „Shameless“ und die Themen, die dort eine Rolle spielen, spricht für mich zwar eine andere Sprache, aber es ist einfach traurig wieder einmal zu wissen, dass Frauenthemen fernab der kulturellen Relevanz angesiedelt werden.

Um meine Laune danach etwas aufzuheitern, hab ich mich dann an diesem Zwiegespräch über die aktuelle Staffel von „Good Wife“ gütlich getan. Wer meine wöchtenlichen Reviews verfolgt, weiß sicher ungefähr wo meine Meinungen dau liegen, allerdings kann ich mich vielen Punkten die dort aufgeführt werden gut anschließen. Sei es den gewissen inhaltlichen Übergangscharakter der Staffel, Alicias privaten Konflikten, dem herausragenden Charakter Cary, der Status der übergreifenden Handlungsstränge und auch den visuellen Finessen.

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