Donnerstagscomedys: Parks and Recreation & Archer

Es bleibt zwar weiterhin ein etwas gedämpfter Donnerstag solange kein „Community“ ausgestrahlt wird (und an dieser Stelle muss ich wieder einmal auf Alan Sepinwalls Post zur Serie von dieser Woche hinweisen, denn der bezieht sich auf eine meiner liebsten Storylines aus Staffel 1), aber da „Archer“ und „Parks and Recreation“ weiterhin auf ganzer Linie überzeugen können, kommt der Humor zum Glück nicht zu kurz. Über „Up All Night“ habe ich in dieser Woche allerdings nichts zu sagen, denn die aktuelle Episode war meiner Meinung nach lediglich mittelmäßig und an einigen Stellen arg unausgegoren. Nach dem Umbruch dann also mehr zur aktuellen Episode von „Parks and Recreation“ und zu den letzten beiden Folgen von „Archer“:

Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, und noch einmal darüber sprechen, wie genial der Charakter Ron Swanson doch ist. Natürlich erzähle ich damit niemandem, der „Parks and Recreation“ verfolgt etwas Neues, aber nachdem mich Ron hier wieder konstant laut und schallend zum Lachen gebracht hat, fällt mir wieder einmal auf, wie genial Ron doch ist. Und das in Staffel 4, denn oft geraten eben genau diese Charaktere, die solche Extreme wie Ron sie in seiner ganzen Ron-Swansonheit verkörpert, nur noch zu überspitzten Versionen ihrer selbst. Aber dank Nick Offerman, aber auch den Witzlieferanten hinter der Kamera, schafft man es immer noch bewundernswert diese feine Linie der total abgedrehter Parodie zu treffen. Alles, was mit Ron in „Operation Ann“ zu tun hatte, war zum Totlachen. Angefangen von Andys Klassifizierung Rons als klügster Mann, den er kennt, seine Entscheidung mit Leslies erstem Hinweis kurzen Prozess zu mache, sein Auftritt in der Schwulenbar, aber vor allem seine herrliche Freude an der ganzen Schnitzeljagd. Ron war hier die ganze Zeit über auf konstant hohem Niveau und einfach nur zum Schießen.

Aber auch der Rest der Episode war sehr, sehr witzig, was ich von der Entwicklung rund um Ann und Tom halten soll, weiß ich noch nicht so genau. Aber wahrscheinlich ist es gar keine schlechte Idee diesen beiden Charakteren so mal wieder etwas Handlung zu geben. Und es führte zu der großartigen Bespitzelungsszene von Leslie, Ben und April, die an und für sich bereits wunderbar war. Bens Schnitzeljagd (auf die ihn Leslie natürlich nur geschickt hat, um selbst etwas Zeit herauszuschinden) führte diesen sogar ins örtliche Schneekugelmuseum und zu einer kleinen „Party Down“-Reunion von Adam Scott und Martin Starr, der druchaus auch als Roman hätte auftreten können, das Sarkasmus/Enthusiasmus-Level hätte jedenfalls gestimmt. Daneben gab es aber auch tausend weitere kleine Gags, die alle so richtig zünden konnten, um nur ein paar davon aufzuzählen:

  • Andy und Chris haben sofort Fuck als Lösung für ein aus fünf Buchstaben bestehendes Wort parat
  • Leslies Präsentation für Operation Ann
  • Chris Depression und seine Musikauswahl, besonders gelungen durch Orins Freude darüber
  • Leslies Kissen für ihre Mutter, mit einem Bild von Stalin aufgedruckt
  • Chris‘ durchgeknallte Logik, die ihn Jerry mit romantischen Augen sehen lassen hat

Es war mal wieder eine einfach unheimlich witzige „Parks and Recreation“-Episode, die wir hier genießen konnten.

Und da „Archer“ einfach mit großem Abstand das lustigste ist, was das US-Fernsehen momentan zu bieten hat, will ich hier bei dieser Gelegenheit auch noch die Episode „El Cantador“ von letzter Woche erwähnen. Denn die war wieder einmal gelungen und hat zwar einerseits die Charaktere ganz normal (was man halt so in der Welt von ISIS als normal bezeichnet) verhalten lassen, aber dennoch enorm viel Humor daraus gewonnen. Cyril, der als dritter Agent im Einsatz mit in den Dschungel geschickt wird, war einerseits ganz der tappsige Typ, wie wir ihn kennen, anderseits aber auch dank seiner ureignesten Eigenschaften durchaus in der Lage, seinen Mann zu stehen. Dass er dabei mit wachsendem Selbstvertrauen aber auch immer mehr zum Idioten wurde, hat dann nur noch besonders zum Humor beigetragen. Dazu kam ein gewohnt durchgeknallter Plot, der in der Agentur angesiedelt war, in dem Krieger Pam, Cheryl und Ray zu Versuchskaninchen macht und dies zu allerlei genialen visuellen Gags führt und heraus kommt eine gewohnt witzige Archer-Folge. Weitere Highlights waren die wieder einmal eingestreuten Sprachwitze (literally/figurativly), Archers Begeisterung und Mitleid für den Tiger und seine weiterhin bestehende Angst vor Krokodilen.

In „The Limited“ ist Cyril dann wieder zurück in zu alter Nutzlosigkeit gekehrt, die Episode hat an Qualität und Humor aber durchaus noch eine Schippe zur vorherigen draufgelegt. Schon allein die Tatsache, dass Baboo wieder dabei war, Archer sich wieder einmal wie ein Kind darüber freute und ein genialer Spruch nach dem anderen zu diesem Thema gefallen ist, hätte mich die Folge schon lieben lassen. Aber auch Cheryls Leidenschaft fürs Zugrekorde brechen, die Verfolgungsjagd auf dem Zugdach, die ganzen Seitenhiebe auf Kanada, die Rassismuswitze und natürlich die vielen witzigen Sprüche haben das Ganze wieder einmal zu einer Bewährungsprobe für die Lachmuskeln gemacht. „Archer“ spielt momentan wirklich in einer eigenen Liga.

3 comments so far

  1. Horsebot 3000 on

    In Bezug auf das derzeitige Comedy-Highlight „Archer“ kann ich dein „konnte auf ganzer Linie überzeugen“-Urteil nur unterschreiben, da hat diese Woche wieder einmal alles gestimmt. „Yes, all of it! You fox-eared asshole!“😉 Hinsichtlich „Parks and Recreation“ kann ich mich nur bedingt anschließen, da ich zwar Ron wieder uneingeschränkt großartig fand (besonders die letzte Szene war zum Schießen), den Rest hingegen „nur“ gut. Die Sprüche/Witze an sich haben zwar meistens ganz wunderbar funktioniert (v.a. Leslies „Single Ladies“-Anekdote, f**k und Oren), aber bei den Storylines vermiss ich in der Staffel – abgesehen von Leslies Kampagne – weiterhin die großen Highlights auf S3-Niveau.

    • tvaddictfromgermany on

      Hm, ich bin auch absolut der Meinung, dass S4 von P&R lange nicht an die geniale 3. Staffel heranreicht, aber irgendwie war die auch so nah an der Perfektion (und das ja eigentlich schon so ca. ab Mitte S2), dass ich irgendwie eh damit gerechnet habe, dass man dieses Niveau nicht halten kann. Und ja, ich finde die einzelnen Folgen nicht mehr so genial wie in der letzten Season, aber wenn ich mir überlege, wie gerne ich dennoch „in Pawnee bin“ und wie oft ich jede Woche wirklich laut lachen muss, ist und bleibt P&R immer noch eine meiner Top3 Comedyserien, mit Abstand. Die dritte kannst du dir ja sicher denken😉
      Was die Storylines angeht hast du irgendwie schon recht, man ist sowohl mit Andy/April, als auch mit Ann, Tom und Chris gerade ein wenig in einer Sackgasse, wahrscheinlich fehlt da auch so ein wenig die zündende Idee. Wobei ich aber immer noch froh bin, dass man jetzt nicht unbedingt was übers Knie bricht. Langer Rede kurzer Sinn, ich empfinde das hier einfach immer ein wenig als Jammern auf sehr hohem Niveau, und da drücke ich bei P&R momentan gerne einmal ein Auge zu.🙂

      • Horsebot 3000 on

        Ja, den „jammern auf hohem Niveau“-Zusatz hätte ich vielleicht noch ergänzen sollen, denn so war’s definitiv gemeint. Wie gesagt, die Gags funktionieren nach wie vor wunderbar und ich freu mich auch jede Woche auf den Abstecher nach Pawnee. Vielleicht gibt’s demnächst noch ein paar episodenübergreifende Handlungsstränge abseits des Wahlkampfs (wenn möglich nicht unbedingt in Bezug auf das Liebesleben von Chris), dann bin ich schon wieder still mit meinem Gejammere.😉


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