Meine Top-Serien-Episoden des Jahres 2011

Ich weiß, die übliche Zeit für Jahresrückblicke ist schon etwas vorbei, aber angeregt durch die gestrige Behandlung der 50 besten Episoden aus der Sicht von The Futon Critic, habe ich mir nun einmal die Mühe gemacht, meine Top-Episoden des letzten Jahres zusammenzustellen. Dabei konnte ich mich nicht ganz auf lediglich 10 beschränken, da es doch einige herausragende Beispiele gab, die unbedingt eine Erwähnung wert sind. Und es befinden sich einige Serien in der Liste, die es vielleicht nicht in meine Top-10 der besten Shows geschafft hätten, aber gerade was Einzelepisoden angeht einiges zu bieten haben und deshalb die Erwähnung auf jeden Fall wert sind. Und von der Zusammenstellung meiner Liste erhoffe ich mir natürlich ganz viele Listen aus eurer Sicht dann in den Kommentaren.

Beim Zusammenstellen dieser Liste ist mir aufgefallen, dass ich einige Comedy-Serien dort einschleichen, die ich im ersten Moment so dort nicht erwartet haben. Während es andere Serien, die mich auf lange Sicht mehr überrascht haben und konstant unterhalten konnten, nicht unbedingt durch herausstechende Einzelepisoden auffallen, sondern eben durch ein konstant hohes Niveau, welches man vielleicht gerade an diesen Stellen nicht erwartet hätte. „Switched at Birth“ (Teenserie mit der Prämisse als Säugling vertauscht?), „Awkward“ (MTV-Comedy über Teenager?) und „Alphas“ (Superheldenserie?) sind solche Beispiele, die mich mit ihrer konstant hohen Qualität wirklich sehr positiv überraschten im letzten Jahr. Aber das ist ein anderes Thema, widmen wir uns nun meinen 13 Lieblingsepisoden aus 2013.

Anmerkung: Ich habe mich auf einen Eintrag pro Serie beschränkt und mich für meinen absoluten Favoriten stellvertretend für manch andere entschieden, sonst hätten wir gleich eine Liste aus diversen „Parks and Recreation“- und „Community“-Folgen machen können. Und ich versuche meine Erklärungen so weit es geht spoilerfrei zu halten.

Platz 13: Fringe „A Night in October“ (#4.02)

Die zweite Hälfte der 3. Staffel von „Fringe“ konnte nicht mehr das enorm starke Niveau der ersten Hälfte aufrecht erhalten und die Serie leidet für mich arg unter dem Syndrom, aufgeworfene Handlungsstränge nicht aufzuarbeiten, sondern lediglich durch neue zu ersetzen. Aber dennoch gelingt es immer wieder starke, einzelne Folgen zu präsentieren. „A Night in October“ kommt nicht an die überragende Quälität der 2010-Top-Episode „Marionette“ heran, aber da die gerade so die Deadline verpasste, steht diese für mich berührendste und emotional relevanteste Episode der 4. Staffel hier am Anfang dieser Liste. Getragen durch einen großartigen Auftritt des Gaststars John Pyper-Fergusen wird hier eine großartige Fabel des menschlichen Verhaltens und dessen Auswirkungen erzählt.

Platz 12: Raising Hope „The Men of New Natesville“ (#2.09)

Selten hat mich eine Folge einer Serie, die ich zumeist zwischen den Folgen eigentlich eher zu vergessen pflege, so berührt wie diese Geschichte von Jimmy, Frank und dessen fabelhafter kleiner Welt New Natesville. Einfach ein kleines, kreatives Wunder voller liebevoller Details und wunderbarer Momente.

Platz 11: Vampire Diaries „The Reckoning“ (#3.05)

Ich weiß, ich weiß, es ist nicht cool „Vampire Diaries“ gut zu finden, aber egal was all die Teenie-Schwärm-Mädels sagen, in dieser oberflächlichen Verpackung steckt richtig etwas drin und neben den atemberaubenden Twists und abgefahrenen inhaltlichen Handlungen, gelingt es der Serie auch auf Charakterebene so richtig emotional zu werden. „The Reckoning“ hat mich in bester Manier an das große Vorbild „Buffy“ erinnert, mit seinen epischen Momenten und seiner tiefen Traurigkeit, die unter all dem wahnsinnigen Hijinks liegt.

Platz 10: Happy Endings „Spooky Endings“ (#2.05)

Diese Sitcom war anfangs oftmals sehr unausgegoren und hat eine Weile gebraucht, um so richtig in die Gänge zu kommen, aber mit Staffel 2 im allgemeinen und dieser grandiosen Halloween-Folge im besonderen ist der große Sprung nach oben gelungen. Für mich war sie der Einstieg in die Serie und auch nachdem ich alle anderen Folgen nachgeholt hatte, bildet sie immer noch das absolute Highlight.

Platz 9: Good Wife „In Sickness“ (#2.21)

Wäre die erste Hälfte der 2. Staffel hier einzutragen, dann stände „Good Wife“ mit Sicherheit viel weiter oben, denn sowohl als Gesamtstaffel konnte diese mich enorm überzeugen, als auch mit ihren Einzelepisoden „VIP Treatment“ und „9 Hours“. In der zweiten Hälfte hat sich der Erzählschwerpunkt aber eher über mehrere Episoden erstreckt und auch die 3. Staffel hatte in 2011 nicht ganz diese Highlights zu bieten. Aber dennoch ist die Qualität einzelner Folgen von Zeit zu Zeit so gut, dass die Serie in meiner Rangliste nicht fehlen darf. Weiterer Kandidat: „Closing Arguments“ (#2.23)

Platz 8: Friday Night Lights „Always“ (#5.13)

Viele US-Kritiker haben das FNL-Serienfinale als ihren Top-Pick gewählt und dem ist eigentlich nichts entgegenzusetzen, ich selber sehe ein solches Serienfinale eher weniger als Einzelepisodenleistung, als als Abschluss eben für die ganze Serie. Diesbezüglich hat „Always“ vorzüglich funktioniert und es hat einer großartigen Serie einen würdigen Abschluss verschafft, aber mich im Angesicht des Abschieds von so liebgewonnenen Charakteren wie den Taylers zum Weinen zu bringen ist wahrlich nicht schwer. Weiterer Kandidat: „Don’t Go“ (#5.09)

Platz 7: Louie „Come on God“ (#2.08)

Wahrscheinlich waren „Duckling“ oder auch „Pamela“ objektiv betrachtet stärkere Episode, aber auch für andere ließen sich starke Argumente finden, aber mein persönliches Highlight war Louis Aufeinandertreffen mit der Masturbation ablehnenden Jungfrau in dieser Folge. Und zwar weil diese nicht zum bloßen Witzobjekt wurde, sondern unheimlich nuanciert betrachtet und es dennoch enorm viel zu Lachen gab.

Platz 6: Justified „Reckoning“ (#2.12)

Diese zweite Staffel war alles in allem ein Highlight, aber nie hat sie mich mehr berührt als in dieser Episode und als beim denkwürdigen Aufeinandertreffen von Dickie und Rayland. Grandioses, großes Kino. Aber ebenfalls starke Kandidaten waren „Save My Love“ (#2.07), „The Spoil“ (#2.08) und „Bloody Harlan“ (#2.13)

Platz 5: Archer „Placebo Effect“ (#2.09)

Gemeinsam mit der vorherigen Episode „Stage Two“ ist dies das unbestreitbare Highlight der auch insgesamt tollen 2. Staffel. Aber in dieser Episode wird der bitterböse Humor noch einmal eine Stufe höher gedreht und nicht nur einmal blieb einem das Lachen im Halse stecken, bis hin zum grandiosen „Magnum“-Finalmoment.

Platz 4: Parks and Recreation „Andy and April’s Fancy Party“ (#3.09)

Meine Liebe für diese Episode ist allseits bekannt und wohl dokumentiert, und ich kann nur immer wieder sagen, wie glücklich sie mich beim Schauen macht. Es ist wahrlich nicht einfach, mit ironiefreier Freude solch starke, auf Humor basierende Gefühle beim Publikum auszulösen (zumal bei einem derart zynischen Zeitgenossen wie mir), aber hier springt einem das Glück einfach gerade zu an und bringt einen nebenher noch zum Lachen. Mehr braucht es manchmal einfach nicht. Weitere starke Kanidaten: „The Flu“ (#3.02), „Harvest Festival“ (#3.07), „The Fight“ (#3.13), „Citizen Knope“ (#4.10)

Platz 3: Community „Advanced Dungeons & Dragons“ (#2.14)

Was soll ich sagen, was die Kreativität in einzelnen Episoden angeht, können nur wenige Serien „Community“ das Wasser reichen und auch wenn es nahezu unmöglich ist, sich hier auf ein Beispiel festzulegen, so habe ich mich für die D&D-Episode enstchieden, da man hier mit einfachen Mitteln eine enorme Wirkung erreicht hat. Die Fabel von Fat Neil, nahezu ausschließlich am Tisch der Study Group erzählt, weiß in simpelster Weise zu faszinieren und steht exemplarisch für alles, was ich an „Community“ liebe. Weitere starke Kandidaten: „Critical Film Studys“ (#2.19), „A Fistful of Paintballs“ (#2.23)

Platz 2: Homeland „The Weekend“ (#1.07)

Die erste Staffel von „Homeland“ war wie ein Heimspiel für diesen speziellen Fan, die Serie hat zumeist alles richtig gemacht und hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Ihren Kulminationspunkt hatte sie aber in dieser Episode mit Carries und Brodys Kammerspiel. Atemberaubend! Weitere Kandidaten: „Grace“ (#1.02), „The Vest“ (#1.11)

Platz 1: Game of Thrones „Baelor“ (#1.09)

Obwohl ich von dieser Folge genau wußte was passiert und wie es ausgeht, hat mich dennoch keine im letzten Jahr so beeindruckt wie die vorletzte Episode von „Game of Thrones“. Das liegt vor allem daran, dass es eine schier riesige Herausforderung ist, diesen so wichtigen Punkt der Saga richtig umzusetzen. Mit den Ereignissen von „Baelor“ hat sich für mich der Roman aus der Masse herausgehoben und auch der Serie ist dies großartig gelungen. Trotz all meinem Vorwissen, hat mich diese Folge sprach- und regungslos beim Abspann verharren lassen. Weitere starke Kandidaten: „Fire and Blood“ (#1.10)

Und nun seid ihr an der Reihe, eure Top-Episoden vorzustellen. Und mich auf meine Gedächtnislücken hinzuweisen, die sicher bald offensichtlich werden.

1 comment so far

  1. moo talaei on

    Na toll, da wollte ich doch das Sunil-Finale von „In Treatment“ auf die 1 setzen und dann seh ich, dass die Folge schon im Dezember 2010 lief. Damn. Dann gibt’s halt bloß 9. Könnte zwar noch eine „Modern Family“-Folge mit reinnehmen, aber da gab’s vor allem in der zweiten Hälfte der zweiten Staffel einfach zu viele, als dass ich bloß eine einzige herauspicken könnte. Und ich geh jetzt mal bloß nach den (im positiven Sinne) denkwürdigsten und nicht zwangsläufig objektiv besten Episoden, weil ich die Folgen bei so einigen Serien einfach nicht mehr so genau auf dem Schirm habe… Here we go, ebenfalls weitestgehend spoilerfrei:

    9. Parenthood: #2.15 Just Go Home
    (Runner-Up: #3.05 Nora)
    Staffel 2 ist schon wieder viel zu lange her, aber ich weiß noch ganz genau wie ich nach der Folge total geflasht war, weil sie mich emotional einfach total mitgenommen hat. Die Auflösung der stellenweise etwas anstrengenden Haley/Alex-Storyline fand ich unheimlich gelungen, den Streit zwischen Crosby und Jasmine am Ende wahnsinnig stark, weil so realistisch, und John Corbetts Einstand gefiel mir auch ausgesprochen gut, auch wenn’s bloß daran lag, dass es für Drew und Amber mal mehr Screentime gab. Doch, feine Episode.

    8. Louie: #2.11 Duckling
    (Runner-Up: #2.06 Subway / Pamela)
    Obwohl’s zweifellos eine eher ungewöhnliche Episode ist, spiegelt sie für mich eigentlich all das wieder, was ich an Louie mag. Dieses nahtlose Einfügung urkomischer Elemente in eine vordergründig eigentlich sehr ernste Handlung. Die Szene in der Wüste, wo ihm das Küken entläuft, ist natürlich Kult, aber fast noch lustiger fand ich seine Interaktionen mit der jungen Cheerleaderin im Camp, weil’s einfach so ein herrlicher Clash der Generationen war.

    7. Treme: #2.09 What Is New Orleans
    Hab von der zweiten Staffel ganz viele tolle Momente im Kopf, kann die meisten aber keiner konkreten Episode mehr zuordnen. Kann also gut sein, dass es bessere Episoden gab, aber diese hier bleibt mir einfach am meisten im Gedächtnis durch den völlig unerwarteten Schlag in die Magengrube, der auf zwei der vielleicht lustigsten Szenen der gesamten Serie folgt.

    6. Parks & Recreation: #4.08 Smallest Park
    (Runners-Up: #3.09 Andy and April’s Fancy Party, #3.15 The Bubble, #4.07 The Treaty)
    Andy in absoluter Höchstform, Ron mit einem meiner liebsten P&R-Sprüche ever („For what it’s worth, you’d make an incredible brunette. Ron Swanson.“), tolle Tom & Jerry-Paarung, Ann mit anständiger Storyline, Chris nervt nicht und dann gibt’s oben drauf auch noch was für’s Herz. je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wundere ich mich, weshalb ich eigentlich bei der Auswahl so lange überlegt habe.😉

    5. Men of a Certain Age: #2.09 League of Their Owen
    (Runner-Up: #2.06 Let the Sunshine In)
    Gibt ja recht wenige richtige „Feel-Good“-Folgen von der Serie, aber das ist zweifellos eine davon, auch wenn’s etwas dauert, bis man an eben jenen Punkt ankommt, an dem das fette Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht kriegt. Übrigens höre ich während dem Schreiben gerade schon seit 20 Minuten Argents „Hold Your Head Up“ in Dauerschleife, was nur noch mehr für die Folge spricht.

    4. Community: #2.19 Critical Film Studies
    Für mich mit ziemlich großem Abstand die beste Community-Folge überhaupt. Weil sie auch ohne Hintergrund-Wissen über die popkulturellen Anspielungen wunderbar funktioniert, weil die ernsten Momente eine Wucht sind, weil Jeff als Erzähler einfach perfekt passt und weil ich von Abed einfach grundsätzlich nie genug bekommen kann.

    3. The Hour: #1.06
    (Runners-Up: #1.03 + #1.04)
    Unheimlich atmosphärisch, unheimlich spannend, unheimlich toll gedreht, unheimlich toll gespielt. Und die Auflösung war nicht völlig an den Haaren herbeigezogen, sondern vielmehr von der Sorte, dass man sich an den Kopf langte und dachte: Natürlich, warum bin ich da selbst nicht drauf gekommen!

    2. Homeland: #1.12 Marine One
    (Runners-Up: #1.07 The Weekend & #1.11 The Vest)
    Ich persönlich hielt ja alles für möglich und saß dementsprechend die ganzen 90 Minuten über wie auf Kohlen. Für mich ein perfekter Abschluss einer ersten Staffel, in der man so vieles hätte falsch machen können und es doch geschafft hat, fast alles richtig zu machen.

    1. Breaking Bad: #4.11 Crawl Space
    (Runners-Up: #4.07 Hermanos & #4.12 End Times)
    Again: Objektiv betrachtet vielleicht nicht unbedingt die beste Episode, aber für mich eindeutig die legendärste, weil die letzten 15 Minuten einfach der Wahnsinn sind. Da kommt einfach endlich alles zusammen, was man in den vielen Folgen davor auf so subtile Weise vorbereitet hat. Und ich habe keinen Zweifel, dass Bryan Cranston seinen vierten Emmy mit nach Hause nehmen wird, wenn er diese Episode einreicht.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: