Donnerstags-Comedys: Parks and Recreation und Up All Night

Es ist immer gut, wenn sich liebgewonnene Serien nach einer längeren Pause in ihrer vollen Stärke zurückmelden (siehe auch Good Wife mit „Alienation of Affection„) und sowohl Parks and Recreation als auch Up All Night ist dies in dieser Woche gut gelungen

„Get on your Feet!“ ist das Motto von Parks and Recreation in dieser Woche und mal wieder haben mich Leslie und Co. mit ihrem Mut zum völligen Blödsinn um den Finger gewickelt. Und dabei war das Ziel der Episode, Ben zu Leslies Kampagnenmanager zu machen für alle bereits seit Längerem offensichtlich. Das hat dem ganzen aber nicht den Reiz genommen, denn allein die katastrophale Präsentation von Leslie und ihrem Team auf dem Eis (perfektioniert durch den pointierten Einsatz von Gloria Estefans „Get on your Feet“) und Bens Depression waren die Episode wert und haben mich Tränen lachen lassen.  So viele großartige Momente hatte die Folge zu bieten, von Rons Argumentation über seine abweichende Interpretation der Gesetze, Bens Calzone- und Claymation-Phase (mit dem großartigen kurzen Clip zu R.E.M.s „Stand“, dem zweiten genialen Einsatz eines Songs in dieser Folge), Leslies Breakdance-Einlage und natürlich der dreibeinige Hund namens Champion. Dabei war die Ausgangslage eigentlich eine ganz simple, aber in typischer Parks and Rec-Manier hat man das Maximum daraus gemacht, viele denkwürdige Lacher produziert und die Handlung einen kleinen Schritt weiter voran getrieben.

Up All Night hat auf mich nicht diese Wirkung, dass ich oftmals wirklich laut auflache möchte und ich bin auch noch nicht an dem Punkt, dass ich in dieser Welt immer gerne eintauche, aber gerade eine Episode wie „New Year’s Eve“ hat mir wieder einmal gezeigt, warum ich die Serie dennoch eigentlich sehr mag. Es ist dieses Gefühl, dass sich trotz einiger Überspitzheiten, viele Elemente  echt anfühlen und mich in abgewandelter Form an mich selbst und mein eigenes Leben erinnern. Wahrscheinlich identifiziert man sich hier einfach mehr damit, wenn man selbst in einer ähnlichen Lebensituation steckt, mit Mann und Kind (wobei es mir hier da eher auf den Familienanteil ankommt, da ich mich im großen und ganzen meist mehr über Chris identifiziere als über Reagan), viele Kleinigkeiten wiedererkennt und sich darüber der Humor erschließt. Ich kann mir schon vorstellen, wenn man dazu nicht ganz so den Bezug hat, dass man es eher lahm findet. Aber ich mag die eigentlich sehr unspektakuläre Art und Weise, wie hier der Humor erzeugt wird. Zumal gerade in dieser Folge einige Dinge doch einen wirklich hohen Wiederkennungswert hatten (fragt nicht, wieviele Spieleabende in meiner Umgebung schon so eskaliert sind und wie sehr man sich, trotz aller Liebe, an derartigen Kleinigkeiten des Partners hochziehen kann). Gepaart mit meiner ureigenste Überzeugung, dass Silvesterpartys grundsätzlich immer im Desaster enden, war diese Folge also genau auf meiner Wellenlänge, auch wenn ich nie so richtig laut lachen musste. Aber ich mochte eigentlich alle einzelnen Elemente, dass Chris und Reagan mal so richtig aneinandergeraten, dass Ava und Kevin weiter als Paar ernst genommen werden (was einfach mehr Potential bietet, den Ava-Teil und den über Chris und Reagan miteinander in Verbindung zu halten) und auch Missy hatte hier richtig etwas zu tun. Das war zwar ziemlich einseitig und bestand eigentlich immer wieder aus dem selben Witz in einer Wiederholugsschleife, aber es war ja auch nur eine kleine Story am Rande und hat eben entsprechend wenig Raum eingenommen. Und es hat alle anderen dazu verleitet, einen furchtbaren britischen Akzent einzunehmen. Alles in allem eine starke Folge, die mir Up All Night doch wieder einmal näher ans Herz hat rücken lassen.

Was ist eure Meinung zu diesen beiden Episoden und wer sich über 30 Rock oder The Office austauchen will, kann dies natürlich auch sehr gerne tun.

6 comments so far

  1. Alex on

    Da ich nur Park & Recreation schaue, kann ich nur zu dieser Episode etwas sagen. Ich war begeistert. Ich habe mich kaputtgelacht. Die beste Szene für mich war immer noch die ganze Situation auf dem Eis. Allein schon der viel zu kurze rote Teppich, dann Leslies Versuch, auf diesen mini kleine Podest zu kommen und dann der Slamdunk. Ich konnte mich wirklich nicht mehr halten. Ganz großes Kino! Aber auch Ben hat mich in dieser Folge überzeugt. Seine Depression war literally das Beste. Die Calzones und dann auch noch ein kleiner Film, der ja ungefähr nur 1 Sekunde lang ging, waren die Krone. Ich liebe diese verrückten Leute und ich frage mich immer wieder, wie man auf solch geniale Ideen kommen kann.

    Schade, dass Community nicht lief, denn die beide Folgen zusammen machen noch viel mehr Spaß. Doch Parks & Rec hat es diesmal auch alleine geschafft und ich hoffe, dass es so weiter geht, bis Community wieder kommt!🙂

  2. ForVanAngel on

    Hi. Parks war gewohnt gut, S4 enttäuscht überhaupt nicht, freu mich jede Woche drauf, hab jede Woche meinen Spaß. Natürlich kann so eine Folge schief gehen, aber wenn Leslie so toll in Fahrt ist, ihre Mitstreiter so liebenswürdig agieren, die Lacher in regelmäßigen Abständen um die Ohren gehauen werden, dann geht nix schief. Ben/Chris war eine tolle Kombo, Chris Lüge war herrlich, er hat Ben geholfen, vielleicht, in jedem Fall war er der Assistent für Leslie, nun ist Ben dabei, der alleine besser arbeiten kann als die unerfahrenen Angestellten.😉 Und es stimmt, es war nicht viel, wirklich nicht, aber die Stimmung war gut und ich hab oft gelacht, wie Ron vom Polizisten gestoppt wurde, die vergehen, Toms roter Teppich im Schuh, der halbe Teppich, wie sie über das Eis schlitterten, die peinliche Präsentation, der Slam Dunk Fall, wie Leslie ein bisschen enttäuscht war, dass Ann diese Pistol Pete nicht verführen wollte, die kleinen Dinge machen hier so viel aus.

    Stimme zu, es ist sehr ungewohnt kein Community zu haben, war dieses Jahr echt ein Power-Duo, da braucht sich TBBTs 5. Staffel in die Ecke der netten Serien stellen, kein Vergleich.

    P.S.: Letzter Absatz bei P&R, „Handlung“.

    • tvaddictfromgermany on

      Auch hallo an dich, und danke für den Hinweis auf den Tippfehler, ist mittlerweile ausgebessert.🙂

  3. Horsebot 3000 on

    @Parks & Rec
    Meine Lieblingsszene war die mit dem hupenden Andy im Truck, seine kindliche Freude an solchen Banalitäten ist einfach unschlagbar. Aber auch Aprils Interaktion mit dem dreibeinigen Hund war klasse, v.a. wenn man Aubrey Plazas gestörtes Verhältnis zu Haustieren im echten Leben bedenkt. Die Slapstick-Einlage auf dem Eis fand ich persönlich fast schon ein wenig „too much“, aber dank des GENIALEN Einsatzes von „Get on Your Feet“ musste ich dann doch sehr lachen.

    @30 Rock
    Ging’s nur mir so, oder war Jenna diesmal als Jurorin tatsächlich lustig? Ich war von ihr im Auftakt jedenfalls positiv überrascht, und auch Tracy hat nicht weiter gestört. Einzig die Kenneth-SL fand ich ziemlich bescheiden, wobei ich ihm schon länger nichts mehr abgewinnen kann.

    • tvaddictfromgermany on

      @Zu Viel des Guten bei „Parks and Rec“
      Ja, das war bei mir mal wieder das typische Schema, wie oft bei solchen Fremdschäm-Szenen. Anfangs ist es total lustig, dann denkt man es wird zuviel und dauert zu lang und dann dreht die Stimmung wieder und es wird nur noch zum Totlachen. Ich glaub es war in dem „Archer“-Podcast (von hier: https://tvaddictfromgermany.wordpress.com/2012/01/10/einschub-mad-men-termin-parks-and-recreation-archer-cougar-town/) bei dem Adam Reed davon berichtet, wie schwierig es ist manchmal genau die richtige Menge bzw. den richtigen Ablauf einer solchen Szene zu kreieren.🙂
      @Aubreys Verhältnis zu Haustieren
      Die Story kenn ich noch gar nicht, was gibt es dann da zu erzählen?

      • Horsebot 3000 on

        @Aubreys Haustier-Miseren
        Oops, völlig vergessen, sorry! An Details kann ich mich nicht erinnern, dazu müsstest du dir mal den „Totally Laime“-Podcast mit ihr anhören. Ihr erster Hamster hat sich, glaub ich, selbst vergiftet, indem er eines der Plastikteile in seinem Käfig verspeist hat. Ihr zweiter Hamster hat sich dann aus seinem Käfig befreit und sich im Heizstrahler quasi selbst gegrillt. Und mit ihrer Katze hatte sie dann noch ein „Friedhof der Kuscheltiere“-Erlebnis. Die ist nämlich 2 Wochen, nachdem sie tot auf der Straße lag, wieder putzmunter in das Elternhaus spaziert gekommen. Wenn das mal kein gestörtes Verhältnis zu Haustieren ist!😉


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